Das Pflegeprogramm für meinen Rasen

Vor einigen Wochen hatte ich ja geschrieben, wie man seinen Rasen auf zwei verschiedene Arten anlegen kann und wann es losgeht mit dem Schneiden sowie einige andere Tipps in Sachen Rasen. Heute möchte ich vor allem einige Informationen für die Kleingärtner hier schreiben, die bereits schon einen Rasen besitzen.
Aber auch alle Gartenbesitzer, die sich ihren Rasen jetzt neu angelegt haben, sollten es sich durchlesen. Denn spätestens im nächsten Frühjahr steht ihnen die Arbeit auch bevor.

Nach dem langen Winter und dem verspäteten Frühjahr geht es ja nun richtig los mit dem Wachstum. Und wie das so ist, nur wer fit ist bleibt gesund! Das ist bei uns das Gleiche wie bei unserem Rasen. Unser Rasen leidet sehr im Frühjahr an den Folgen des Winters durch Frost und im zeitigen Frühjahr durch Regen.

Die Folgen sind ein undurchlässiger und verdichteter Boden. Die besten Vorraussetzungen für Moos und Filz. Um diesem Wachstum von Moos zu begegnen, mäht man zuerst den Rasen. Gebrauchsrasen kann ohne weiteres auf eine Schnitthöhe von 3 – 5 cm geschnitten werden. Zierrasen bekommt eine Schnitthöhe von 1 – 3 cm. Anschließend wird Vertikutiert.

Der Sinn und Zweck des Vertikutierens ist, den Rasen zu belüften. Dadurch kommt ausreichend Luft und Wasser an die Gräser. Und der Rasen wird bei der Arbeit gleichzeitig von der verfilzten Schicht aus altem Schnittgut, abgestorbenen Pflanzenreste und Moos befreit. Schön, wer einen neuartigen Vertikutierer mit Fangkorb hat.

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Wer so etwas nicht hat, muß sich die Arbeit machen, alles schön sauber abzuharken. Am besten geht so etwas mit einem Laubbesen.

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Eine nachfolgende Düngung darf auf keinen Fall vergessen werden. Zeitsparend, aber etwas teurer ist Langzeitdünger. Dazu gehört natürlich der regelmäßige Schnitt und das Wässern, besonders in der warmen Jahreszeit. Die Wurzeln werden dadurch gekräftigt und der Rasen zeigt es durch ein sattes Grün.

Trotz der Grundarbeiten kann es doch noch vorkommen, daß es Flecken gibt, wo einfach der Rasen nicht wachsen will. Man muß nun nicht gleich an Rasenkrankheiten denken. Diese gibt es auch, aber wie man sie erkennt und bekämpft, dazu mehr am Ende des Artikels.
Zuerst kann man immer erstmal davon ausgehen, daß irgendetwas mit dem Boden nicht stimmt und sich die schwach wachsenden Flecken bilden. Meistens liegt es daran, daß sich da der Boden schneller verfestigt. Gefördert werden muß also das Wachstum der Wurzeln. Das kann ich nur, wenn der Boden etwas lockerer wird.

Dazu nimmt man eine Grabegabel, sticht sie tief reihenweise ein und bewegt sie etwas hin und her, sodaß etwas größere Löcher entstehen. Der Abstand von Reihe zu Reihe sollte zwischen 10 und 15 cm sein. Anschließend wird in den Löchern grobkörniger Sand gefüllt. Das wirkt wie eine Drainage. Die Wurzel bekommen Luft und das Oberflächenwasser kann abfließen. Diese Arbeit nennt man „Aerifizieren.“ Die Arbeit beschränkt sich aber nur auf kleine Flächen im Hausgarten. Sollte die Fläche zu groß sein, dann lieber einen Landschaftsgärtner beauftragen, der dafür die richtigen Geräte hat.

Das Rasen-Einmaleins oder was man noch wissen sollte

Rasenarten

Besser gesagt sind es eigentlich Rasentypen, die wir unterscheiden in Strapazierrasen, Gebrauchsrasen und Zierrasen. Zierrasen ist nicht so strapazierfähig, also mehr was für das Auge. Gebrauchsrasen, besser bekannt als Sport- und Spielrasen, ist eigentlich der gängigste Typ, den man eben auch betreten kann ohne das er Schaden nimmt. Ideal für Kinder zum Spielen. Der Name Strapazierrasen sagt eigentlich schon alles. Der steckt schon mal was weg und wird daher meistens auf Fußballplätzen eingesetzt.
Wer später die Pflegemaßnahmen seines Rasens verringern möchte, sich etwas Arbeitserleichterung schaffen will, setzt bei der Neuassaat Saatgutmischung ein, die langsamer und flacher wächst. Fazit – Seltener mähen und weniger Schnittgut.

Wann und wie wird bewässert

Am besten bewässert man den Rasen mit dem Rasensprenger. Setzt man ihn aber am Tage ein, verdunstet ein Teil des Wassers ehe es den Rasen erreicht hat. Inzwischen gibt es schon Rasensprenger im Fachhandel, die man genau auf Wurfweite, Form und Größe der Rasenfläche einstellen kann. Der beste Bewässerunszeitpunkt ist in den sehr frühen Morgenstunden, etwa zwischen 3 und 6 Uhr. Um nicht so früh aufzustehen, setzt man eine Zeitschaltuhr oder einen Bewässerungscomputer ein. Ein reichhaltiges Angebot findest Du in meinem Gartenshop.

Sondertyp ist ein Blumenrasen

So eine Blumenwiese ist nicht für regelmäßiges Betreten gedacht. Damit können Flächen genutzt werden, die sonst für nichts zu gebrauchen sind. Sieht schön aus und man spart sich das öftere Mähen. Eigentlich genügt es, sie zweimal im Jahr zu mähen und zwar einmal im Juni und einmal im Oktober. Wer aber die Blumenvielfalt erhöhen möchte, wartet die Samenreife ab und mäht nur einmal im Oktober.
Allerdings muß man sich darüber im Klaren sein, daß man dann mit einer Sense oder Motorsense

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arbeiten muß und viel Schnittgut anfällt. Ein normaler Rasenmäher wird das nicht schaffen.

Gehölze im Rasen

Wer so etwas im Rasen hat oder anpflanzen möchte, muß sich im Klaren sein, daß da zusätzliche Arbeit auf einem zukommt. Je größer die Gehölze werden, um so weniger wird dort durch den Schatten der Rasen wachsen. Ich hatte ja schon letztens erwähnt, daß es den sogenannten Schattenrasen nicht gibt, auch wenn er als so etwas im Handel vertrieben wird.

Egal um welche Rasentypen es geht, Rasengräser sind sonnenbedürftig. Es gibt Rasengräser die ein breiteres Blatt haben und mit wenig Schatten klar kommen, aber je mehr Schatten da ist, um so besser wächst das Moos.
Eine Alternative ist eine dementsprechende Baumscheibe, die durch einfaches Hacken sauber gehalten wird. Auch machen viele den Fehler und packen eine dicke Schicht Mulche drauf. Gegen das Mulchen ist nichts einzuwenden, aber zuviel schadet dem Gehölz, denn dann bekommen die Wurzeln nicht genug Luft.

Flächendeckende Pflanzen

Hiermit sind im allgemeinen die Bodendecker gemeint. Sie sind vor allem da gut einsetztbar, wo absolut nichts anderes richtig wächst. Es gibt sie für die vielfältigsten Bereiche. Ob für sonnige, schattige oder nasse Flächen. Sie sind sehr genügsam, brauchen keine besondere Pflege und zeichnen sich durch Farb- und Blühvielfalt aus. Zusätzlich erschweren sie den Unkräutern das Wachstum, lockern den Boden für die bessere Nahrungsaufnahme der Wurzeln und verhindern das Austrocknen des Erdreichs. Eine zweite Alternative, um Schattenplätze attraktiv zu gestalten. Eine Kombination mit unterschiedlicher Blühzeit ist immer eine Augenweide.

Kalken oder nicht Kalken

Viele Rasenbesitzer scheuen sich davor, weil man nicht so genau bescheid weiß. Eine jährliche Kalkung ist nie verkehrt. Wird der Boden zu sauer, hemmt es das Wachstum der Gräser. Unterscheiden bei der Kalkgabe muß man aber die Bodenbeschaffenheit. Lehmböden brauchen nicht so oft Kalk wie Sandböden, da sie den Kalk besser binden. Normalerweise reicht eine Düngekalkgabe von etwa 50 bis 60 Gramm pro Quadratmeter. Ein leicht saurer pH-Wert von 5,5 bis 6,5 ist ideal.

Ameisen im Rasen

Für den Rasen nicht gefährlich, aber nicht gut anzusehen sind die Sandhaufen im Rasen. Besonders gern bauen sie ihre Nester unter Steinplatten. Bekämpfen kann man sie mit handelsüblichen Präparaten oder bei kleineren Befall mit Backpulver, das man bei trockenen Wetter ausstreut. Nicht bekämpfen darf man die „Große Waldameise,“ denn sie steht unter Narurschutz. Das wird aber nur vorkommen, wenn der Garten in der Nähe eines Waldes ist.
Man kann allerdings bei der Forstwirtschaft beantragen, daß sie umgesetzt werden.

Was sagen uns Regenwürmer im Rasen

Ganz einfach, der Boden ist gesund. Bis auf ihre kleinen Haufen die sie machen, sind sie überhaupt nicht schädlich. Sie machen nur ihre Arbeit und das sehr gut. Sie sorgen zusätzlich für gute Belüftung. Wer sie dennoch weghaben will, muß sich die Arbeit machen und viel wässern. Damit werden sie gezwungen nach oben zu kommen. Anschließend muß man sie absammeln und in den Gemüsegarten verfrachten. Ob das aber auf Dauer Erfolg hatt, mag ich zu bezweifeln. Und wer macht sich schon diese aufwendige Arbeit?

Unkraut im Rasen

Das beste Mittel ist, öfter mal Vertikutieren. Dadurch wird ja nicht nur die gute Belüftung des Rasens gefördert, Moos beseitigt und Verfilzung durch liegengebliebenes Schnittguts vorgebeugt, sondern man stört dadurch das Wachstum der Unkräuter. Allerdings hilft das nicht großartig gegen Gänseblümchen und Löwenzahn. Da muß man sich schon die Mühe machen und sie regelmäßig mit einem Wurzelstecher oder Küchenmesser herauszustechen. Wem das aber zu anstrengend oder sehr wichtig ist, diese beiden Pflanzen zu entfernen, muß den Rasen mit Herbizide gegen Rasenunkräuter behandeln. Sind Breitwegerich, Löwenzahn, Gänseblümchen, Weißklee und Moos mehr zu sehen als Rasen, dann stimmt etwas mit der Bodenstruktur nicht. Man nennt sie nicht umsonst „Zeigerpflanzen.“

* Weißklee > Der Boden ist zu mager
* Breitwegerich > Der Boden ist zu verdichtet
* Löwenzahn, Gänseblümchen > Der Boden ist zu fett und zu feucht
* Moos > Der Boden ist zu sauer

Da hilft nur eine Radikalkur. Die Fläche sollte komplett eingefräst werden. Die Erde muß für Rasen zubereitet werden um Rasen neu auszusäen oder mit Rollrasen zu belegen.

Mein Rasen ist krank – Was jetzt?

Erschreckend für jeden Rasenbesitzer sind plötzliche Veränderungen im Rasen, wie Ringe oder Flecken in verschiedenen Farben und Größen. Hier nun die häufigsten Erkrankungen und die dazugehörigen Maßnahmen zur Bekämfung.

Rosaroter Schneeschimmel > Schon im Frühjahr oder ab September als graubraune Flecken zu erkennen. Liegt meistens an einer Überdüngung durch Stickstoff. Vor allem im Herbst, wenn das Gras zu kurz gemäht und die Herbstdüngung gemacht wurde, werden die Flächen mit einem Pilz befallen. Zur Bekämpfung muß Bodenverdichtung und Staunässe vermieden werden und eine Eisensulfatlösung (5 Gramm pro Liter und Quadratmeter) aufgebracht werden. Bekämpft Moos und den Pilz. Die Fläche regeneriert sich danach meist von selbst.

Rostkrankheiten > Die Halme heben gelbbraune bis schwarze Flecken und die Rasenfläche hellt sich gelblich auf. Auch diese Krankheiten werden durch einen Pilz, dem „Schönwetterpilz“ hervorgerufen, insbesondere bei warmen Sonnenwetter. Hier hilft vorbeugend gute Flächenbewässerung, ausgewogene Ernährung und Vertikutieren. Damait werden die optimalen Wachstumsbedingungen geschaffen.

Grauer Schneeschimmel > Gut im Frühjahr an hell graue bis braune größere Flecken und verklebten Halmen zu erkennen. Kommt meistens nur vor, wenn der Rasen nicht genug gedüngt wurde und die Gräser geschwächt sind. Verwächst meistens von selbst, aber sehr schwer. Eine Neuaussaat auf vorher ausgetauschten Boden geht schneller.

Dollarflecken-Krankheit > Es handelt sich hier um kleinere braun- bis beigefarbene Rasenflecken, die bei milder Witterung im Spätsommer auftreten können. Dieser Pilz befällt geschwächte Gräser die auf nassen und schlecht belüfteten Böden wachsen. Auch hier hilft das wie schon weiter oben beschriebene „Aerifizieren“. Es muß für bessere Bodenbelüftung und Wasserabfluß gesorgt werden.

Blattfleckenkrankheit > Die Rasenfläche hellt gelblich auf. Auf den Halmen sieht man braunrote Flecken und häufig noch weiße Pilzflecken. Tritt meistens an zu schattigen und feuchten Standorten auf. Wenn dann auch noch der Halm durch zu kurzen Rückschnitt und zu starker Stickstoffdüngung geschwächt wurde, siedeln sich verschiedene Arten und Gattungen von Blattfleckenpilzen an. Hier hilft ausgewogene Stickstoffdüngung, Rasen nicht zu kurz mähen, Schatten eventuell reduzieren. Das Umfeld so gestalten, daß der Wind ungehindert über die Fläche streifen kann und so für ein schnelles Abtrocknen des Rasens gesorgt wird.

Hexenringe > sind kreisförmige Ringe im Rasen, die erst dunkelgrün werden und später ist das Gras abgestorben. Zusätzlich erscheinen kleine braune Hutpilze. Es hat also nichts mit Hexerei zu tun. Um der Krankheit vor zu beugen und wie man sie bekämpft, kannst Du in diesem Artikel nachlesen.

 

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This article has 4 comments

  1. Lennard Reply

    Ich hatte letzten Sommer besonders viele kahle Stellen durch das Vertikutieren. Viel Moos hatte sich zwischen dem Gras gebildet.
    Ein Nachbar hatte sich einen Roboter-Rasenmäher zugelegt und meinte, dass er seitdem kein Moos mehr in seinem Rasen hat, da der Rasen 2-3x wöchentlich gemäht wird und der Rasenschnitt zugleich als Dünger dient. Nach vielen Überlegungen habe ich mir auch ein Roboter-Rasenmäher zugelegt. Und tatsächlich habe ich gar kein Moos mehr im Rasen. Zudem ist er auch noch viel dichter und grüner geworden 🙂

    Und Vielen Dank für die tollen Tipps hier auf deiner Seite!

    • Gerhard Minsel Reply

      Hallo Lennard, danke für den Kommentar. Vorab, Werbung mit Links zu einer Seite darf ich in Kommentaren nicht zulassen. Deshalb habe ich es rausgenommen. 😉
      Zum Verikutieren kann ich nur sagen, dass es da auch Unterschiede bei der Bearbeitung gibt. Es gibt die eine Art mit Messer und die andere mit den kleinen Haken. Ich habe ein Gerät, wo ich die Walzen wechseln kann. Die Messerwalze wird bei mir nur im Frühjahr und im Herbst eingesetzt. Im Sommer gehe ich nur alle 6 Wochen mit der anderen Walze drüber und es erfolgt gleich eine Düngung.
      So ein Roboterrasenmäher mag schon gut sein, aber jeder kann ihn sich nicht leisten.

      LG Gerhard

  2. Sara Reply

    Vielen Dank für den informativen Artikel. Ich bin noch total neu auf dem Gebiet der Gärtnerei und bin unglaublich froh auf diesen Beitrag gestoßen zu sein. Die Tipps helfen mir wirklich sehr weiter. Vor allem das mit dem Rasen ist ja oft so eine Sache… LG

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