Bodenmüdigkeit – Fachchinesisch oder was bedeutet es?

Bodenmüdigkeit ist ein Phänomen von dem man schon lange wusste, aber nie so richtig die Ursachen heraus fand. Inzwischen hat man Wege gefunden, dieser Bodenmüdigkeit entgegen zu wirken.
Rosengewächse sind gerade dazu prädestiniert so eine Müdigkeit anzuzeigen. Der häufigste Grund ist, dass die gleichen Arten nacheinander am selben Standort angebaut werden. Allerdings können auch Obstarten wie Äpfel, Birnen, Quitten, Kirschen, Zwetschgen sowie Himbeeren und Erdbeeren davon betroffen sein.

Erste Anzeichen sind, dass die Pflanzen schlecht anwachsen und wenn es doch funktioniert hat, kommen sie gar nicht so richtig in Fahrt. Es bilden sich kaum Blüten und natürlich auch kaum Früchte, während andere Pflanzen in voller Blüte stehen und wahrscheinlich eine große Ernte versprechen. Ein weiteres Zeichen sind die Wurzeln. Sie sehen nicht gerade kräftig und gut ausgebildet aus.

Bodenmüdigkeit bei Erdbeeren

Allerdings kann man durch diese Symptome nicht einhundert-prozentig behaupten, dass es nur an einer Bodenmüdigkeit liegt. Eine weitere Ursache kann auch eine starke Bodenverdichtung sein. Gerade bei schweren Böden kommt so etwas oft vor, wenn vor dem Pflanzen nicht tief genug aufgelockert wurde.

Ursachen der Bodenmüdigkeit

Bodenmüdigkeit wird schon jahrelang erforscht. Aber restlos ist sie bis heute nicht geklärt. Mehrere Faktoren können dafür verantwortlich sein, die sich stark nach den Pflanzenarten unterscheiden können.
Verschiedene Pflanzen können durch ihre Wurzeln Ausscheidungen produzieren, die meistens zur Abwehr gegen Bakterien gedacht sind. In dem Fall aber das Wachstum von schädlichen Bakterien, Pilzen und Nematoden begünstigen. Es erfolgt eine Umkehr. Ein müder Boden, ist die reinste Oase für solche Bakterien und Pilze.

Sie beschränken sich nicht nur auf Rosensorten, sondern befallen immer mehr auch Kernobstarten. Gleichzeitig wird auch eine hohe Dichte von Nematoden beobachtet. Durch umfangreiche Desinfektionen hat man inzwischen festgestellt, dass diese Schaderreger für einen großen Teil der Bodenmüdigkeit verantwortlich sind.

Ein weiterer Aspekt bei einer Pflanzung gleicher Sorten auf gleichem Standort ist der zu kleine Anteil der Nahrung für die Pflanze. Da ja in dem Fall die neue Pflanze die gleichen Nährstoffe braucht, wie ihr Vorgänger. Der Boden laugt aus und bestimmte Spurenelemente fehlen irgendwann ganz und gar.

Diese Bodenmüdigkeit bereitet vor allem Baumschulen und Gärtnereien Kopfschmerzen, weil ihr Platz begrenzt ist. Sie sind ja gezwungen auf den gleichen Böden immer wieder die gleichen Pflanzen heranzuziehen. Der Aufwand durch Entseuchungsverfahren ist groß. Neben chemischer Entseuchung, die aber selten eingesetzt wird, wird ein Entseuchungsverfahren mit heißem Dampf bevorzugt.

Mit diesem Verfahren wird heißer Dampf in den Boden über Geräte geleitet, um Schädlinge abzutöten. Der Nachteil ist, dass auch bestimmte Organismen abgetötet werden, die der Boden braucht. Darunter sind Pilze, die für ein intaktes Bodenleben verantwortlich sind. Ehe das wieder aufgebaut wird, können Jahre vergehen.

Bodenmüdigkeit kann auch in deinem Garten auftreten?

Ja, kann sie. Allerdings hat der Klein- oder Hobbygärtner einen Vorteil. Wenn er nicht den Fehler begeht, dass er nach dem Entfernen alter Pflanzen die gleichen Pflanzen auf den gleichen Beet pflanzt. Einfach gesagt. Wenn ich ein Erdbeerbeet erneuern möchte, dann kann ich auf diesem Beet nicht wieder Erdbeeren neu pflanzen. Aber auch bei Gemüse, wie Möhren, Sellerie, Petersilie usw. kann Bodenmüdigkeit auftreten.

Richtig schlimm kann es bei Kohlgewächsen werden. Bei solchem Anbau kann sich ein Pilz wegen der Bodenmüdigkeit sehr schnell im Boden ausbreiten. Dieser Pilz infiziert alle Kohlarten mit der wahrscheinlich bekannten Kohlhernie.

Bodenmüdigkeit bei Kohlarten fördert Krankheiten

Als erste Kleingärtner – Regel wirst du wahrscheinlich gelernt haben, einen Fruchtwechsel durch den Anbau unterschiedlichster Gemüsearten jedes Jahr vorzunehmen. Diese vorbeugenden Maßnahmen des Fruchtwechsels können sich bei einigen Pflanzen sogar auf eine längere Zeit beziehen. So sollte man bei Erdbeeren und Kohlpflanzen mehrere Jahre mit dem Bepflanzen auf dem gleichen Beet warten.

Eine weitere Maßnahme sind Mischkulturen. Sie bewältigen nicht nur das Problem der Schädlinge oberhalb der Erdbodens, wie viele wissen, sondern auch in der Gartenerde. Denn auch da wird die Bodenmüdigkeit durch die anderen benachbarten Pflanzen reduziert.

Sollte es trotzdem zu dem Phänomen Bodenmüdigkeit im Kleingarten kommen, dann dürfen die Flächen nicht bebaut werden. Stehen schon Pflanzen auf den Beeten, dann müssen sie umgesetzt werden.

Als erstes sollte man eine Gründüngung auf die geräumten oder still gelegten Flächen einsäen. Tagetes oder Gelbsenf sind da z.B. sehr zu empfehlen. Sie beinhalten zwei besonders gute Eigenschaften für den ermüdeten Boden. Sie reichern den Boden mit Humus an, dem der Boden fehlt, und drängen die Nematoden zurück.
Vor dem Säen der Gründüngung ist es angebracht, den Boden mit Spurenelemente zu versorgen. Das gelingt am besten mit Algenkalk und Kompost.

Ganz wichtig ist: Vermische keinen gesunden Boden mit Boden der Müde ist. Die Hoffnung, dass so der müde Boden ohne große Mühe gerettet werden kann, ist vergebens. Im Gegenteil. Das Problem vergrößert sich, weil es so auf den anderen Flächen übertragen wird.

Bodenmüdigkeit bei Rosen.

Ein richtiges Problem mit Rosen kann man im Garten bekommen, wenn die Bodenmüdigkeit soweit fortgeschritten ist, dass absolut keine Rosen mehr wachsen, wo vorher welche standen. Dann spricht man von einem rosenmüden Boden. Dieser Boden ist so geschädigt, dass er sich selbst nach über 10 Jahren nicht erholt hat. In dem Fall helfen nur eine radikale Entseuchung oder ein Bodenaustausch. Zum Glück wird so etwas in Kleingärten wohl kaum vorkommen, wenn du den Artikel aufmerksam gelesen hast.

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