Biologisch Gärtnern-Mit der Bodenbearbeitung fängt es an

Das Wort „Biologisch“ gehört inzwischen schon zum ganz normalen Wortschatz. Dabei ist es gar nicht so einfach, die komplizierten Zusammenhänge der Natur zu verstehen und sie im Garten zu nutzen. Es liegt ganz allein am Kleingärtner, wie er die sichtbaren und unsichtbaren Wechselbeziehungen aller Lebewesen versteht und nutzt.

Dazu gehört eben auch die biologischen Spritzmittel, wie im Teil 1 erwähnt. Man muss sich aber darüber im klaren sein, dass die meisten Bekämpfungsmittel aus Kräutern erst eingesetzt werden, wenn die Pflanzen bereits von Schädlingen oder Krankheiten befallen worden sind.

Die Frage lautet deshalb, wie komme ich möglichst ohne Pflanzenschutzmittel aus, um gesundes und aromatisches Obst und Gemüse im Garten zu ernten.

Oft zu lesen und zu hören ist die weit verbreitete Meinung, als Biogärtner braucht man keinen Spaten. Der Grund wäre, dass man durch das Umgraben die an bestimmte Bodenschichten gebundenen Mikroorganismus durcheinander bringt. So die weitläufige Meinung.

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Das hat sich aber nach neusten Forschungsergebnissen als unbegründet erwiesen. Im Gegenteil. Es wurde sogar eine verstärkte Bodenaktivität auf dem Acker nach dem Pflügen beobachtet.
Für den Garten heißt das. Eine Humusschicht beträgt ca. 25 bis 30 cm. Tiefer dringt auch der Spaten nicht ein.
Die luftunabhängigen Bakterien werden davon nicht berührt, da sie in noch tieferen Schichten vorhanden sind. Also steht einem Umgraben im Herbst überhaupt nichts im Weg.

Das Umgraben ist nicht gerade einer der angenehmsten Arbeiten im Garten und wird mit zunehmenden Alter auch immer beschwerlicher. Es gibt aber einen Weg, seinen Gartenboden im Laufe der Jahre umzustellen, er dabei ertragreich und gesund bleibt und man sich die lästigen Arbeiten wie Unkraut jäten und Umgraben weitgehend ersparen kann.

Das kannst Du im nachfolgenden Text lesen!

Den Boden auf Vordermann bringen mit Kompost

Kompost ist einer der billigsten, besten und nährstoffreichsten Humuslieferanten. Oft wird er aber als letzter Ausweg zur Ablagerung von Garten- und Küchenabfällen missbraucht. Das bedeutet, einfach alles auf den Kompost und dann soll Humus daraus werden.
Auf diese Art kann es allerdings Jahre dauern, bis der Verrottungsprozess zu einem Ergebnis führt.

Drei wichtige Dinge muss man beachten. Ein Komposter oder Komposthaufen braucht gute Wasser- und Luftzirkulation, die Beschichtung muss kleingehäckselt und ausgewogen sein und ein richtiger Standort ist eine weitere Bedingung.
Der halbschattiger Standort ist am günstigsten. In praller Sonne würde er sich zu sehr aufheizen und im Schatten zu kalt bleiben. Damit die Bakterien zum Verrotten genügend Sauerstoff haben, müssen unterschiedliche Schichten aufeinander liegen. Man beginnt mit einer Schicht gröberen Material, wie Heckenschnitt oder Reisig. Dem folgt eine etwa 20 cm gemischte Schicht aus Küchen- und Gartenabfällen.

Bei den gekauften Kompostern empfiehlt es sich, bei sehr warmen Tagen ab und zu Wasser zuzugeben. Da sie meistens auch noch aus fast dunklem Material bestehen, sind im Inneren bei Sonneneinstrahlung zu hohe Temperaturen. Und durch die Abdeckung fehlt auch die natürliche Wasserzufuhr, wie es bei einem Komposthaufen der Fall ist.

Da nicht alle eingegebenen Materialien die gleichen Anteile an Stickstoff und Kohlenstoff haben, gibt man zusätzlich tierischen Stickstoffdünger zu. Denn Stickstoff und Kohlenstoff sind die Grundbedingung für ein aktives Bodenleben, wobei Stickstoff drei mal so viel wie Kohlenstoff benötigt wird.

Tierischer Stickstoff kann Horn-, Blut- oder Knochenmehl sein und wird in wenigen Mengen zugesetzt. Die Reihenfolge sieht also so aus. Zuerst grobes Material, dann gemischte Abfälle, etwas tierischer Dünger und eine Schicht alte Komposterde. Als Ersatz für alte Komposterde kann auch Kompostbeschleuniger genommen werden. In dieser Reihenfolge wird ein Komposthaufen aufgeschichtet. Das gleiche Prinzip ist natürlich auch in einem Komposter anwendbar.

Wichtig ist aber immer, dass keine mit Pilzkrankheiten infizierten Gartenabfälle auf den Kompost kommen. Denn es gibt keine Garantie, dass diese Pilzsporen beim Verrottungsprozess abgetötet werden und somit über den Humus diese Krankheiten wieder in den Boden gelangen.

Beispiel Kohlhernie oder Tomatenbraunfäule.

Solange der Boden im Herbst noch warm ist, kann der Kompost verteilt werden. Es geht ebenso im Frühjahr. Anwendbar ist das Aufbringen auch vor dem Neubepflanzen eines Beetes, um die Erde mit Kompost anzureichern.

Biologisch Gärtnern mit Flächenkompostierung

Das ist eine weitere Variante der Kompostaufbereitung, ohne erst einen Komposthaufen zu erstellen oder einen Komposter aufzustellen. Es ist eine flächenmäßige Abdeckung mit halb-verrottetem organischem Material. Nicht mit dem Mulchen zu verwechseln – da wird vorrangig frisches Material verwendet.

Der Vorteil ist, dass der Boden nicht so leicht austrocknet und auskühlt. Außerdem behält er seine krümelige Struktur und die Bodenlebewesen sind bis in den obersten Schichten aktiv. Allerdings unterliegt das einer gewissen Vorbereitung.
Im Laufe des Jahres wird alles gesunde Material, was im Garten anfällt, gesammelt. Von Heckenschnitt, Rasenschnitt, Gemüseanfällen bis zu Kartoffelkraut.

Das alles wird dann gehäckselt und mit einem der schon erwähnten tierischen Dünger, einer Prise Kalkstickstoff und altem Kompost angereichert. Durch das Aufschichte auf einen Haufen vermischt es sich. Verwendet wird alles erst, wenn das Material leicht angerottet ist. Bevor man es flächenmäßig oder zwischen den Gemüsepflanzen dünn aufbringt, wird noch eine Mischung Heil- oder Kräuterpflanzen zugegeben.

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Salbei

So bekommt man zusätzlich zu der Düngung noch eine abwehrende Wirkung für die Pflanzen. Genommen werden kann alles, wie schon teilweise im Teil 1 beschrieben. Wie zum Beispiel Holunderzweige gegen Wühlmäuse, Ringelblume gegen Fadenwürmer, Lavendel gegen die Möhrenfliege, Farnkraut gegen Erdbeerblütenstecher, Majoran gegen Ameisen und andere Kräuter.

Das muss aber jeder Klein- oder Biogärtner selber rausbekommen, welche Kräuter am besten wirken. Denn ein hundertprozentiger wirksamer Schutz kann nicht gewährleistet werden. Gemüsepflanzen auf flächenkompostierten Beeten sind gesund und robust. Unter dieser schützenden Decke bleibt der Boden feinkrümelig, trocknet nicht so leicht aus als offener Boden und lässt sich leichter bearbeiten.

Biologisch Gärtnern mit Mischkulturen

Viele Kräuterpflanzen werden nicht nur als Spritzmittel zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten eingesetzt, sondern auch als Begleitpflanzungen im Gemüsebeet.
Der Nebeneffekt ist, dass verschiedene Würzpflanzen das Aroma der Nachbarpflanzen verbessern können. Eine beliebte Kombination ist Kresse neben Radieschen. Radieschen schmecken etwas würziger. Gleiche Geschmacksveränderungen kann man auch feststellen bei Möhren und Dill oder Kartoffeln und Kümmel als Kombination.

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Thymian

Es geht allerdings den Pflanzen wie den Menschen. Es gibt auch Mischkulturen, die nicht zueinander passen und sich ausstehen können. Zum Glück gibt es da aber nur wenige. Soll aber heißen, man kann nicht einfach alles kunterbunt durcheinander pflanzen. Dazu kann man sich im Fachhandel die entsprechende Verträglichkeitstabelle holen.

Die Vorteile einer Mischkultur liegen klar auf der Hand. Die Gemüsearten werden in Stark-, Mittel-, und Schwachzehrer aufgeteilt. Es kommt durch eine Mischkultur nicht zu einem einseitigen Nährstoffentzug, gegenüber Beeten mit nur einer Gemüsesorte (Monokultur).

Der andere Vorteil einer Mischkultur ist der vorbeugende Schutz gegen Schädlinge, was wahrscheinlich mehr bekannt ist. Die Schädlinge der Gemüsepflanzen sind immer auf eine bestimmte Pflanze spezialisiert. Bei einer Monokultur kann es dabei schnell zu einem Totalausfall kommen.
In einer Mischkultur wächst in jeder Reihe eine andere Gemüsepflanze. Da diese Schädlinge durch die Duftstoffe der Pflanze angelockt werden, auf die sie spezialisiert sind, können sie ihre Pflanze aber nicht finden weil die Duftstoffe der benachbarten anderen Gemüsepflanze sie überlagern.

Durch dieses Wechselspiel der Duftstoffe verschiedener Gemüsesorten auf einem Beet wehrt man Schädlinge auf die schonende Art ab.

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