Das sollte man wissen, bevor man einen Pfirsichbaum pflanzt!

Natürlich möchte ich neben Blumen und Gemüse aller Art auch Obstbäume in meinem Kleingarten anpflanzen. Und bei vielen Kleingärtnern gehört auch ein Pfirsichbaum dazu. Damit aber nicht alles  zu dicht beieinander steht und kaum noch Sonne auf die Gemüsebeete scheint, sollte man vorher seinen Kleingarten planen und danach gestalten.

Beim Pflanzen von Obstbäumen muss man bedenken, daß es nicht immer nach Wunsch geht. Für die einzelnen Arten sind Bodenverhältnisse und die Ortslage wichtig. Hole Dir den Rat vom Fachmann oder sieh Dich in den Nachbargärten um.  So gewinnst Du schon einen groben Überblick, welche Obstarten am Häufigsten angebaut werden. Das erspart Dir später einen Mißerfolg und der Lohn ist eine gute Ernte.

Keine Ausnahme machen dabei auch Pfirsichbäume. Im Gegenteil, gerade bei Pfirsichbäumen sollte man sich umfangreich und gewissenhaft erkundigen. Zuerst muss man beim Kauf eines Pfirsichbaums auf die Veredlungsunterlage, passend zu den Bodenverhältnissen, achten.

Man unterscheidet dabei zwei Arten. Eimal für verhältnismäßige trockene Böden und eine Art, die  besser für feuchten Böden geeignet ist. Die beste Beratung hat man in einer Baumschule. Die heimische Baumschule züchtet genau die richtige Sorte, die für Deine Bodenverhältnisse passend ist. Es schadet aber trotzdem nicht, seine Bodenverhältnisse zu erklären oder eine Erdprobe mit zu nehmen.

Das ist eine der Grundvoraussetzung gewesen und wenn die jetzt folgenden Kriterien nicht erfüllt sind, sollte man lieber auf einen Pfirsichbaum verzichten.

Bevor man pflanzt sollte der Boden geprüft werden, ob er geeignet ist. Damit eine lange Lebensdauer erziehlt wird, darf auf keinen Fall schwerer kalter Boden vorhanden sein. Das begünstigt den Gummifluß des Pfirsichbaums und das baldige Ende. Auch bei trockenen Sandboden ist die Lebensdauer begrenzt. In diesem Fall muß unbedingt der Boden verbessert werden.

Lehmiger Sand- und sandiger Lehmboden mit viel Humus sind am besten geeignet. Wichtig ist auch die weitere Versorgung in den folgenden Jahren mit den richtigen Nährstoffen.
Das begünstigt nicht nur eine gutes Wachstum und eine gute Ernte, sondern stärkt den Pfirsichbaum vor Krankheiten.

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Auch eine warme geschützte Lage ist sehr zu empfehlen. Nur so fühlt sich der Pfirsichbaum wohl. Eines sollte man im Gegensatz zu unseren anderen heimischen Obstbäumen nicht vergessen, Pfirsichbäume können schnell erfrieren und sie haben in unseren Klimabreiten eine bedingt kurze Lebensdauer.

Die geeignetste Form sind die Buschform oder das Spalier

Als Spalier an einer Südwand ist die bessere Variante, da es einmal eine geschützte Lage ist und man Schutzmaßnahmen z.B. durch Vorhängen mit Folie schnell und einfach anbringen kann. Spätfröste, die in unseren Breiten oft eintreten können, vernichten die Blüten und somit auch die Ernte.

Es geht ohne weiteres, den Baum selber aus einem Kern heran zu ziehen. Wissen muß man aber, dass kernechte Pfirsichbäume den Nachteil haben, daß sie lange Zeit brauchen bis sie Früchte tragen. Ein anderer Nachteil ist, daß die Früchte klein bleiben und das Aroma auch nicht besonders durchkommt. Die in der Baumschule veredelter Bäume haben schon nach drei Jahren eine gute Ernte, vorausgesetzt, die vorher genannten Bodenbedingungen sind erfüllt.

Pflanzzeit für Pfirsichbäume ist das Frühjahr und erst dann, wenn kein Spätfrost mehr droht

Als erstes muß er einem Pflanzschnitt unterzogen werden, bevor man ihn pflanzt. Alle Triebe, die zwischen Erdboden und Stamm sind, werden entfernt. Bis zu einer Höhe von ca. 60 cm. Wir bekommen dadurch eine bessere Belüftung der Bodenoberfläche und vorhandene Unterkulturen können näher an die Bäume heranwachsen. Eine bessere Belüftung hilft auch vorbeugend gegen zusätzliche Krankheiten. Sehr wichtig ist, dass man die Schnittflächen mit Baumwachs verschließt, da gerade Pfirsichbäume schnell durch Pilze erkranken.

Noch im gleichen Vegetationsjahr, etwa im Sommer, beginnt die Kronenerziehung. Durch die Kronenerziehung, wie nachfolgend beschrieben, bekommen wir eine offene Krone. Deshalb sagt man dann auch – Pfirsichbusch.
Am Busch werden drei bis vier gut verteilte Triebe ausgewählt und alle anderen restlos beseitigt.
Diese Triebe sollen in einem Winkel von etwa 70°, vom Stamm aus gesehen, nach außen stehen. Mit Stäben, die man als Hilfsmittel dazwischen klemmt, erzielt man diesen Winkel.

Im folgenden Frühjahr werden dann die neuen Triebe auf etwa 30 bis 60 cm auf ein seitliches Auge zurückgeschnitten. Es bilden sich neue Äste aus den seitlichen Augen und man bekommt eine Gabelung mit jetzt 6 bis 8 Leitäste. Der Nebeneffekt ist, dass man die starke Spitzenförderung des Pfirsichbuschs bremst. An der Krone wir jetzt nur noch geschnitten, wenn zu dicht stehende oder starke nach innen gewachsene Triebe da sind. Das ist das sogenannte Verdünnen der Krone, damit immer genug Licht vorhanden ist und Luft durch kann.

In den darauffolgenden Jahren ist es wichtig, den Instandhaltungsschnitt durch zu führen, um bei kräftigen Triebwachstum die immer auftretende Spitzenförderung und ein Verkahlen entgegen zu wirken. Das muß man konsequent durchführen, da sich ansonsten sogenannte Ruten bilden. So etwas sieht man bei ungepflegten Pfirsichbüschen oft. Das Ergebniss ist, dass vorne an den Trieben neue Knospen gebildet werden und die Äste in Stammnähe verkahlen. Die Früchte werden von Jahr zu Jahr immer kleiner und teilweise kann es zu Astbrüchen kommen. 

Pfirsich und Sauerkirsche gleichen sich in ihrem Wachstumsverhalten, deshalb kann man auch den Instandhaltungsschnitt,wie hier beschrieben, für beide Arten gleich ausführen.

Noch etwas zu den Arbeiten an einem Pfirsichspalier. Für mich die beste Art, um gute Erträge zu erziehlen mit weitaus weniger Arbeitsaufwand. Die jungen etwa 30 cm langen neuen Austriebe am Ast, werden ab etwa Mitte Juni waagerecht und möglichst gleichmäßig verteilt, am Spalier angebunden. Wichtig dabei ist, daß sie noch biegsam sind. So kann man sie in die gewünschte Richtung anbinden. Zu dicht stehende Austriebe und senkrechte Triebe (Wasserschosser) auf der Oberseite der Gerüstäste, werden bis auf Astring entfernt. Vorzeitige Triebe werden bis auf 1 Blatt entfernt.

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Ich hoffe, es hat Dir in der Entscheidung zum Pfirsichbaum geholfen. Dann würde ich mich über ein Gefällt mir und Teilen bei Facebook, Linkedin, Twitter und Google+ freuen.

This article has 4 comments

  1. Dirk Hoffmann Reply

    Ich habe einen alten Pfirsichbaum auf dem Grundstück. Trotz aller Bemühungen, Schnitte und Behandlungen (bio !!!!) blüht er zwar immer wieder – und das sehr schön – die Früchte bleiben aber leider klein, sehr hart und trocken. So erfreue ich mich an der Blüte – Früchte kaufen ich dann halt auf dem Markt. 🙂

    • Gerhard Reply

      Hallo Dirk,
      danke für den Kommentar den ich richtig lustig finde. 😉 Es gibt eigentlich nur zwei Gründe wegen der kleinen Früchte. Entweder ist der Baum zu alt, dann kann er nur noch für sein Erhalt sorgen, das passiert übrigens bei anderen sehr alten Obstbäumen auch so, oder er ist Kernecht. Das heißt, das er mal aus einem Kern gezogen wurde. Besser und mit größeren Früchten und Aroma sind immer die Veredelten aus der Baumschule.

      LG Gerhard

  2. Natascha Reply

    Hallo Gerhard,

    klasse Infos zum Thema Pfirsichbaum. Plane für die nächste Gartensaison auch einen Pfirsichbaum zu pflanzen und kann da dann Deine Tipps gut gebrauchen.

    Liebe Grüße,
    Natascha

    • Gerhard Reply

      Danke für den Kommentar, Natascha. Freut mich, wenn ich Dir damit weiter helfen konnte.

      LG Gerhard

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